Im Kempener Stadtteil St. Hubert hat die GWG in enger Zusammenarbeit mit dem Verein „Frauen bauen“ das öffentlich geförderte Wohnprojekt Kendelhof errichtet. Auf einem Grundstück von rund 2.500 qm sind 22 Wohnungen in unterschiedlichen Größen von 45 qm bis 105 qm entstanden - samt einem 47 qm großen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss.
Der erste Mieter konnte kurz vor Weihnachten 2003 einziehen. Schon im Januar des Berichtsjahres waren alle übrigen Wohnungen vermietet und bezogen. Im Kendelhof wohnen derzeit 31 Erwachsene und 30 Kinder. Der jüngste Bewohner ist im Babyalter, die älteste Bewohnerin 77 Jahre. Nach einem Jahr liegen die ersten Erfahrungen vor. Das Projektziel „Wohnen in guter Nachbarschaft“ wurde erreicht.
Das Konzept
Der „Kendelhof“ ist ein Zuhause für Jung und Alt, für Alleinstehende, für Familien und für Paare, für Behinderte und Nichtbehinderte. Hier wohnen mehrere Generationen unter einem Dach. Herzstück des Wohnprojektes ist der Gemeinschaftsraum, der für vielfältige Veranstaltungen und für spontane Treffen genutzt wird: Märchenstunde, Basteln, Gymnastik, gemeinsames Kochen und die mittlerweile zum festen Bestandteil der Gemeinschaft gewordenen „Freitagstreffen“, die das Wochenende einläuten.
Die Wohnungen zeichnet eine hohe bauliche und soziale Qualität aus. Bereits in der Planungsphase wurden insbesondere die Bedürfnisse von Familien und älteren Menschen berücksichtigt. Sehr früh konnten auch die zukünftigen Mieterinnen und Mieter ihre Vorstellungen und Wünsche einbringen und die Ausstattung ihrer Wohnungen mitbestimmen. Dabei lernten sie ihre zukünftigen Nachbarn in verschiedenen Workshops kennen.
Die Raumplanung sah nutzungsneutrale Räume vor. Wenn Wohnzimmer, Kinderzimmer und Schlafzimmer annähernd gleich groß sind, können sie je nach Bedarf genutzt und unter Umständen auch getauscht werden. Solche flexibel nutzbaren Grundrisse schaffen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Haushaltsformen und Bedürfnisse.
Ein solches Raumkonzept bietet allein erziehenden Frauen und Männern oft auch die einzige Möglichkeit, ein eigenes Zimmer in Anspruch zu nehmen. Wert gelegt wurde auf die kinderfreundliche Gestaltung der Wohnungen und des Wohnumfeldes. Durch barrierefreie Gestaltung der Eingänge und Erdgeschosswohnungen wird eigenständiges Wohnen für ältere und behinderte Menschen ermöglicht. Dazu gehören auch hinreichend breite Eingangstüren, die Überdachung der Hauseingänge, Loggien, Fenstertüren oder Erker, die Außenkontakt ermöglichen.
Die Qualität des Wohnens wird durch die Gestaltung des Wohnumfeldes wesentlich mitbestimmt. Es wurden Bereiche geschaffen, die der Kommunikation, dem Aufenthalt und Spiel von Kindern und Jugendlichen dienen. Daneben sind auch Rückzugsmöglichkeiten wie Balkon oder Terrasse vorhanden, in denen die Privatsphäre gewahrt bleibt.
Es gibt Bereiche, die allen Mietern offen stehen: Spielplätze in Sicht- und Hörweite für die Eltern kleiner Kinder, Spiel- und Treffpunkte für Jugendliche oder ein Grillplatz. Und es gibt die „Bank vor der Tür“, die signalisiert: Wer sich hier aufhält, wünscht Kommunikation.
Fazit
Obwohl ein Wohnprojekt wie der "Kendelhof' wegen der Vielfältigkeit der Wohnungszuschnitte und der damit verbundenen Besonderheiten nicht die preisgünstigste Lösung ist, war die Wirtschaftlichkeit gegeben. Von Beginn an hatten wir eine Vollvermietung des Projektes und können nach den bisherigen Erfahrungen eine hohe Mieterzufriedenheit und dadurch langfristige Mietverhältnisse erwarten.